Februar 2012:
St. Galler CSR Tage

 

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Glossar

Nachfolgend haben wir einige Begriffe zusammengestellt, die in der Diskussion um Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility (CR) wichtig sind, und sie mit Definitionen oder Erklärungen hinterlegt:

 


 

Compliance: bezeichnet die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien. Häufig wird Compliance noch mit der Vermeidung von Korruption gleichgesetzt, geht aber mittlerweile weit darüber hinaus. Die Einhaltung von Regeln bezieht sich nicht nur auf Gesetze, sondern ebenso auf unternehmenseigene Richtlinien, internationale Normen und Standards sowie freiwillige Verhaltenskodizes.

 


 

Corporate Responsibility: steht für eine verantwortungsbewusste und transparente Unternehmensführung, die ökonomische, ökologische, soziale und gesellschaftliche Interessen ausgewogen berücksichtigt. CR umfasst dement­sprechend Belange des Umweltschutzes, der Mitarbeiterinteressen sowie des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen und bezieht die vorgelagerten Stufen (Supply Chain) in die unternehmerische Verant­wortung ein. Weiterhin gehören zu CR auch Fragen der Unternehmens­führung und -kontrolle.

 


 

CR-Management: steht gemäß der Querschnittsfunktion von CR für die über­greifende strategische Koordination der oben genannten Belange. Ziel ist es, Risiken zu minimieren, das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden, Behörden und der Gesellschaft in das Unternehmen zu sichern und Zukunftschancen zu erschließen. Dies erfordert ein koordiniertes und zielorientiertes Zusammenwirken verschiedener Unternehmens­bereiche von Unternehmensentwicklung über Personal, Umwelt­schutz, Sicherheit und Gesund­heit bis hin zu Einkauf und Compliance mit ihren je eigenen Aufgaben und Abläufen.

 


 

CR-Strategie: umfasst die strategischen Zielsetzungen, die sich aus den Herausforderungen ableiten. Bei der Aufstellung der CR-Strategie wird die Relevanz der > Themen für die einzelnen Geschäfts­prozesse analysiert, um grundsätzliche Zielsetzungen für diese abzuleiten. Welche Schwerpunkte gesetzt werden, legt die > Positionierung fest. Die „ordentliche“ Erfüllung der > Hausaufgaben ist immer obligatorisch.

 


 

Flankenschutz: ist eine Umschreibung dessen, was die Erfüllung der CR-bezogenen > Hausaufgaben für Unternehmen leistet: Sicherung der License to operate beziehungsweise von Akzeptanz und Vertrauen in der Gesellschaft. Das heißt, potenzielle Angriffspunkte für Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Medien anzugehen und zu eliminieren, um das Risiko für Vorwürfe, Kampagnen oder negative Berichterstattung zu vermeiden.

 


 

Handlungsfelder: steht für die Bereiche, in denen Gesellschaft und Politik von der Wirtschaft die Übernahme von (Mit-)Verant­wortung er­warten und in denen für Unternehmen daher potenziell Handlungsbedarf besteht. Zu den Handlungsfeldern zählen insbesondere Mitarbeiterinteressen, betrieblicher Umweltschutz, ökologische Produktpolitik, Verbraucherschutz, soziale und ökologische Aspekte in der Lieferkette, Beitrag zum Ordnungsrahmen und gemeinnütziges Engagement. Diese grundsätzlichen Handlungsfelder enthalten verschiedene > Themen, die je nach Branche und Unternehmen relevant sind.

 


 

Hausaufgaben: beschreibt alle > Themen, die bereits gut definiert und vielfach in regulatorische Rahmen überführt sind. Dazu gehören beispielsweise Luftreinhaltung, Arbeitssicherheit und Abfallmanagement. Unternehmen haben hier nicht mehr die Wahl, es nicht zu tun, sondern nur noch, wie „gründlich“ sie es tun.

 


 

Herausforderungen: darunter werden jene > Themen gefasst, die noch vergleichweise neu sind und für Unternehmen in besonde­rem Maße Handlungsbedarf aufzeigen.

 


 

Issues Management: steht im Zusammenhang mit CR für das frühzeitige Aufspüren von > Themen und Erwartungen, um diese in den betroffenen Unternehmensbereichen und -funktionen berücksichtigen zu können. Diese Früherkennung setzt einen systematischen Stakeholderdialog voraus und zielt nicht primär auf Reputationsmanagement, sondern auf Veränderungen und Innovationen im > Kerngeschäft.

 


 

Kerngeschäft: bezeichnet alle wertschöpfenden Prozesse des Unternehmens. Hinzu kommen wertunterstützende Prozesse wie Einkauf, oder Personalmanagement, die unmittelbar mit dem Kerngeschäft verknüpft sind. Spenden und andere gemeinnützige Aktivitäten gelten nicht als Teil des Kerngeschäfts.

 


 

Lieferkette: steht für das Zusammenspiel aller Akteure und Aktivitäten, die an der Beschaffung, Herstellung und Lieferung von Produkten und Dienstleistungen beteiligt sind. Sie beginnt mit dem Abbau der Rohstoffe, der Herstellung von Vorprodukten und reicht über die Logistik bis zum abschließenden Fertigungsprozess. Die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards in der Lieferkette ist – vor allem angesichts der zunehmenden Arbeitsteilung in einer globalisierten Wirtschaft – zu einem wesentlichen Kriterium nachhaltigen Wirtschaftens geworden.

 


 

Nachhaltigkeit: bezeichnet das volkswirtschaftliche Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, wie sie 1987 von der Brundtlandt-Kommission wie als eine Entwicklung beschrieben wurde, „die den gegenwärtigen Bedarf zu decken vermag, ohne gleichzeitig späteren Generationen die Möglichkeit zur Deckung des ihren zu verbauen“.

 


 

Positionierung: meint eine klare Schwerpunktsetzung der CR-Akti­vitäten des Unternehmens in Relation zu den relevanten Handlungsfeldern und den darin enthaltenen unternehmensspezifischen CR-Themen. Die Positionierung kann über die Festlegung der gewünschten Beiträge von CR zu Image, Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit, Geschäft und Risikomanagement hergeleitet werden. Je nach Risiko- und Chancendisposition des Unterneh­mens kann diese Festlegung ganz unterschiedlich ausfallen; sie muss aber immer zur Unternehmens­strate­gie passen und diese unterstützen und fördern.

 


 

Themen (Issues): umfasst im Kontext von CR alle Themen, die mit gesellschaftlichen Erwartungen verbunden sind. Dazu zählen neu aufkommende Themen (Emer­ging Issues) ebenso wie aktuelle und in der öffentlichen Diskussion angelangte Themen wie beispielsweise Klimawandel und Korruption oder solche, die bereits als > Hausaufgaben gelten. In den Unternehmen werden die als wichtig identifizierten CR-Themen vielfach auch als CR-Handlungsfelder bezeichnet.

 


 

Triple-Bottom-Line: bezieht sich auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Soziales, Ökologie) und bietet für Unternehmen einen einfachen Rahmen, ihre Performance in Bezug auf die drei Säulen zu messen und zu veröffentlichen. Im weitesten Sinn versteht man darunter ein Set an Werten, Themen und Prozessen, das notwendig ist, um ein Unternehmen in Einklang mit den umfassenden ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemen zu bringen. Das in den späten 1990er Jahren viel diskutierte Konzept ist heute eher obsolet, da die „drei Säulen“ nicht mehr als gleichrangige Dimensionen betrachtet werden.