Nachhaltige Events im August 2022

Das Urlaubszeit ist, merkt man auch an der leicht reduzierten Anzahl der Veranstaltungen. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns im August auf spannende Deep Dives und interessante Fachtage freuen – mit ebenso brandaktuellen wie zukunftsträchtige Themen.

Branchentag Windenergie NRW | 14. Branchentag Windenergie NRW | 10. – 11.08.2022

Die Notwendigkeit der lang ersehnten Energiewende wird durch die drohende Energieknappheit mit Nachdruck verstärkt. Doch wie kann diese Wende erfolgreich gelingen? Nur im Zusammenspiel der einzelnen erneuerbaren Energien, so der Konsens der 14. Branchentage Windenergie NRW. Im Wissenschaftspark Gelsenkirchen werden neben volkswirtschaftlichen und juristischen Perspektiven auch kommunale und umweltschutztechnische Fragen rund um erneuerbare Energien besprochen und eine gesamtheitliche Betrachtung von Windenergie & Co. in den Vordergrund gerückt. Unter anderem gibt Prof. Dr. Andreas Löschel, Ökonm und Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit von der Ruhr-Universität Bochum einen Einblick in die aktuelle Lage der Energiewirtschaft mit anschließender Paneldiskussion mit den NRW-Landtagsfraktionen. Zudem gibt es Workshops und Vorträge zu Themen wie Wasserstoff und Windenergie, dem Netzausbau und Artenschutz.

Tickets für Studierende & Kommunalvertretende kosten 150 Euro, Mitglieder des WAB, BWE, oder des EE.SH zahlen 440 Euro und der Normalpreis für beide Tage beträgt 490 Euro. Weitere Informationen sowie Tickets gibt es hier.


ACEHMA | Dechema | 22. – 26.08.2022

Auf der Achema – globale Leitmesse der Prozessindustrie mit Innovationen rund um Laborausrüstung, Werkstoffen oder Software – findet ein begleitender Kongress mit Vorträgen zu zukunftsträchtigen Themen statt. Neben technologischen Deep Dives wird der Fokus auf nachhaltigen Entwicklungen liegen: Es gibt Vorträge zur Bedeutung von Wasserstoff für die Klimaneutralität (Matthias Brey, EY) und von Künstlicher Intelligenz in der Energieproduktion (Thomas Froese, atlan-tec) über die nachhaltige Produktion von Green Chemicals (Ralph Kleinschmidt, thyssenkrupp) bis zur Entwicklung von Nachhaltigkeit in der Pharmaindustrie (Hans Eder, ZETA). Zudem sind Thementage zu Wasserstoffwirtschaft (Montag), fossilfreier Produktion (Dienstag) und zu neuen Bioprozessen und Technologien (Freitag) geboten. Im Sonderbereich „Green Innovation Zone“ werden Lösungsansätze und Entwicklungen zu fossilfreier Produktion, Kreislaufwirtschaft und den damit verbundenen Fragestellungen diskutiert.

Die Dauerkarte kostet 90 Euro, für Mitarbeitende in Hochschulen, Behörden und Verbänden 60 Euro und eine Tageskarte 40 Euro. Weitere Informationen finden Sie hier.


Fair Friends | Fair Friends – Deutschlands Nachhaltigkeitsmesse | (25. und) 26. – 28.08.2022

Wie können Konsument:innen und Unternehmen gemeinsam nachhaltige Veränderung schaffen und Verantwortung tragen? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich die Fair Friends Messe – im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Aktionen. Auf der Agenda: eine Paneldiskussion zur Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetzes im Textilsektor, ein Vortrag zu Umweltschutz mithilfe von Leitungswasser, ein Impuls zu plastikfreiem Leben oder ein Social Startup Pitch. Für Interessent:innen von Lieferketten-Thematiken öffnet die Messe Dortmund ihre Tore bereits einen Tag früher (25.08.) und lädt zum Fachtag „Nachhaltige Beschaffung“ ein.

Das Tagesticket gibt es für 9 Euro und die Dauerkarte für alle drei Tage kostet 19 Euro. Das Programm und die Tickets finden Sie hier.


P.S.: Lust auf einen Ausflug in Sachen Gemeinwohlökonomie?

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – das ist der Wunsch von vielen. Der Gemeinde Klixbühl ist dies unter anderem dank der Arbeit nach dem Prinzip der Gemeinwohlökonomie gelungen. Der Bürgermeister erklärt, wie Klixbühl als eine der ältesten Gemeinde, die nach diesem Prinzip arbeitet, mittlerweile komplett von ihrer eigenen Bürgerenergie versorgt wird und was Gemeinwohlökonomie in der Praxis bedeutet. Und am 6.08.2022 können sich alle im Rahmen der Exkursionsreihe vom BUNDjugend SH „Nachhaltige Lebenswelten“ selbst ein Bild davon machen – und von 10:30 Uhr bis ca. 16 Uhr unter anderem die SoLaWi und nachhaltige Wohnprojekte besuchen. Informationen finden Sie hier.


Bild: Dominik Scythe | Unsplash

 

 

 

Webtalk: ESRS Reporting in der Praxis – jetzt anmelden!

Das neue EU-Rahmenwerk für Nachhaltigkeitsberichte wurde mit Spannung erwartet. Nun liegen die ersten offiziellen Entwürfe der EFRAG vor. Was gibt es jetzt zu beachten, wie entwickelt sich die Berichterstattung und welche Unterschiede zeigen sich zu bestehenden Frameworks?

Philipp Hofmann, Director Digitalisation bei akzente, hat den politischen Entwicklungsprozess verfolgt und zeigt eine erste Analyse, was Unternehmen erwartet und wie sie sich auf den neuen Berichtsstandard vorbereiten können. Einblicke in die Entwicklung der Standards, Tipps mit Blick auf die Prüfung und Antworten auf häufige Fragen aus der Unternehmensperspektive gibt es von Christoph Töpfer, Mitglied der EFRAG Taskforce, Sebastian Dingel, Leiter Sustainability Assurance bei Deloitte, sowie Elisabeth Senger, Senior Consultant bei akzente.

akzente gibt Antworten und Raum für Diskussion

Am 26. Juli 2022 laden wir von 10.00 bis 11.30 Uhr zu einem Webtalk mit Impulsvortrag und anschließender Paneldiskussion mit 3 Expert:innen aus der Standardsetzung, der Wirtschaftsprüfung sowie der Praxis.

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Sie.

Hier anmelden und mitdiskutieren.


ESRS – Was bedeutet der neue Berichtsstandard in der Praxis? Webtalk zu den neuesten Reportingentwicklungen mit Expert:innenpanel


Impulsvortrag

Reporting-Update: Wie gut bereitet GRI auf die ESRS vor?

von Philipp Hofmann, Director Digitalisation (akzente)


Expert:innen-Panel & anschließendem Q&A mit

  • Christoph Töpfer, Mitglied EFRAG Taskforce (Umweltbundesamt)
  • Sebastian Dingel, Leiter Sustainability Assurance (Deloitte)
  • Elisabeth Senger, Senior Consultant (akzente)

Moderation: Philipp Hofmann

Nachhaltige Events im Juli 2022

Vieles ist in Bewegung. Das zeigen auch die Veranstaltungen, auf die wir uns diesen Juli freuen dürfen: Es geht darum, wie sich Bestehendes verändert und wie die Zukunft aussehen wird – oder soll. Es werden technologische Entwicklungen diskutiert, regulatorische Updates geteilt und Diversity zelebriert.

F.A.Z.-Institut | 1. German Corporate Diversity-Summit | 05.07.2022

Beim ersten German Corporate Diversity-Summit bietet das F.A.Z.-Institut im Literaturhaus in Frankfurt am Main eine Bühne für Diskussionen, Vorträge, Best Practices und den Austausch darüber, wie Diversity den unternehmerischen Erfolg steigert. Es werden unter anderem Fragen zu Female Leadership, Modern Working und Corporate Volunteering behandelt und Expert:innen diskutieren zu Themen wie altersgerechtem Arbeiten, dem Management von kultureller Vielfalt, ob Behinderungen immer noch ein Hindernis sind oder zur Umsetzung der SDGs. Die Referent:innen und Panelist:innen bilden einen breiten Querschnitt der Wirtschaft. Vertreter:innen von Initiativen geben praxisnahe Einblicke.

Die Teilnahme am Event vor Ort kostet 690 Euro und das digitale Ticket 190 Euro. Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es hier.


UN GCD | Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland und der EU – aktuelle Anforderungen und Trends | 05.07.2022

In Bezug auf Vorschriften und Ziele im Nachhaltigkeitsbereich tut sich aktuelle sehr viel – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Den Überblick zu behalten, stellt viele Unternehmen vor eine Herausforderung. Das UN Global Compact Netzwerk Deutschland (UN GCD), hat deshalb Vertreter:innen der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) und der Freshfields Bruckhaus Deringer eingeladen, um eine Einordnung der aktuellen Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen des European Green Deals zu geben und über die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Schnittstellen der aktuell laufenden Prozesse auf EU-Ebene aufzuklären.

Alle Informationen zum kostenlosen Webinar finden sich hier.


PROTECT THE PLANET | Erdgas im Energiesektor – Brückentechnologie zu Wasserstoff? | 14.07.2022

Spätestens seit Beginn des Krieges in der Ukraine, wird Gas als Energiequelle immer kritischer betrachtet und neue Untersuchungen zeigen zusätzlich, dass Gas nicht so „grün“ ist, wie bisher angenommen. Trotzdem wird in Deutschland weiterhin in neue Gas-Infrastrukturen oder -Kraftwerke investiert – 2020 waren es rund 18,3 Milliarden Euro. Nachvollziehbar, wenn man Gas als Brückentechnologie zum Wasserstoff betrachtet, der aktuell bis zu 10 Prozent beigemischt werden kann. Eine vollständige Umstellung auf Wasserstoff ist mit der aktuellen Infrastruktur allerdings technisch gar nicht möglich. Die Energie-Ökonomin und Osteuropa-Expertin Dr. Dr. Manuela Troschke stellt in ihrem Vortrag deshalb Erdgas als Brückentechnologie in Frage und lädt anschließend zur Diskussion ein.

Die Teilnahme ist kostenlos über Zoom möglich. Das Event wird auch auf YouTube gestreamt. Alle Informationen finden Sie hier.


UN GCD | Informationsveranstaltung: Neue COP-Berichterstattung ab 2023 | 20.07.2022

Mit dem Communication on Progress (CoP) berichten die Unterzeichnenden des Global Compacts der Vereinten Nationen (UNGC) über ihren Fortschritt in Hinblick auf die 10 Prinzipen des UNGCs. Ab 2023 werden sich das Format, die Fristen und die grundsätzlichen Reportinganforderungen des COPs ändern, weshalb das UN Global Compact Netzwerk Deutschland (UN GCD) in diesem kostenlosen Webinar für UNGC Unterzeichnende und interessierte Unternehmen über eben jene Änderungen informiert.

Weitere Informationen und weitere COP Webinare in den kommenden Monaten sind hier zu finden.


UN GCD | Klimaschutz in der Lieferkette: Ansätze für ein erfolgreiches Lieferantenengagement | 28.07.2022

Die Reduzierung von Treibhausgasen ist ein elementares Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Ein Großteil der ausgestoßenen Emissionen entsteht aber in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, in die Unternehmen nur bedingt Einblick haben. Hier setzt das Webinar des UN Global Compact Netzwerk Deutschlands (UN GCD). Es gibt Einblicke in die Bilanzierung von vorgelagerten Scope-3 Emissionen, zeigt, wie Herausforderungen im Lieferantenmanagement überwunden werden können und stellt Ansätze zur Emissionsreduktion in der Lieferkette vor. Als einer von fünf Deep Dives der Webinarreihe „Klimamanagement“, in der eine erfolgreiche Einführung eines umfassenden Klimamanagements vermittelt wird, richtet sich das kostenlose Event insbesondere an Unternehmen, die in Scope 3.1 „Eingekaufte Güter und Dienstleistungen“ einen Emissionshotspot haben und diesen reduzieren möchten.

Hier geht es zu weiteren Informationen über die Webinarreihe und zur Anmeldung.


PS: Zwei Veranstaltungen abseits von Vorträgen, Webinaren & Co. für Interessierte vor Ort

„saujana membumi – Nachhaltigkeit erkunden“: So heißt die erste Sonderausstellung der Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs EFForTS der Universität Göttingen im Rahmen des Sustainable Village Projects und in Kooperation mit der docmenta fifteen. Gemeinsam wurden dazu mit den Bewohner:innen des Dorfes Pematang Kabau in Jambi/Indonesien zu der Frage „Wie soll unser Dorf in zwanzig Jahren aussehen?“ Wünsche, Ängste und Anliegen diskutiert und dann aus künstlerischer Sicht beleuchtet. Die Ausstellung ist kostenlos und bis 25. September im Forum Wissen der Uni Göttingen zu sehen. Alle Informationen gibt es hier.

Und Parents for Future rufen gemeinsam mit anderen Vereinen am 15.07. um 16:30 Uhr am Münchner Odeonsplatz zur Demonstration „Munich for Future“ auf: Die durch den Ukraine-Krieg verstärkte Diskussion über die Energieversorgung gäbe Anlass, den gemeinsamen Aufbruch in eine klimagerechte und erneuerbare Zukunft zu fordern. Infos unter Munich for Future.


Bild: Sebastian Klein| Unsplash

 

 

 

Steuern – der unterschätzte ESG-Kick

Zur Erinnerung: Über Steuerzahlungen finanzieren Gemeinden und Staaten verschiedene Aufgaben wie Bildung, öffentliche Infrastruktur, Gesundheitswesen, soziale Absicherung oder die innere und äußere Sicherheit. Dinge, die auch Unternehmen zugutekommen. Doch immer wieder kam es insbesondere bei multinationalen Konzernen zu einer diffusen Verortung von Wertschöpfung und Gewinnerzielung, manchmal sogar Steuervermeidung. Stichwort Panama Papers, Paradise Papers, Luxemburg Leaks.

2018 allein verlagerten multinationale Unternehmen rund 40 Prozent bzw. mehr als 900 Billionen US-Dollar ihrer Gewinne künstlich in Steueroasen, wie die Studie The Missing Profits of Nations zeigte. Dies verringerte die weltweiten Unternehmenssteuereinnahmen um rund 10 Prozent.

Um dem entgegenzuwirken, brachten die G20-Finanzminister:innen im Juli 2021 eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent (ab 2023) auf den Weg – eine Zäsur in der internationalen Unternehmensbesteuerung. Zudem wurde durch das Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) Projekt der OECD ein „public“ – also offenlegungspflichtiges – Country-by-Country-Reporting (CbCR) gegen Gewinnverkürzungen oder -verlagerungen angestoßen. Nach fünf Jahren der Abstimmung unter den 28 EU-Finanzministern fand die Richtlinie dazu Anfang 2021 mehrheitliche Zustimmung. Bis Juni 2023 muss sie nun durch die EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Das verbindliche Reporting für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro könnte erstmalig für das Berichtsjahr 2025 erfolgen.

Was haben Steuern mit Nachhaltigkeit zu tun?

Es geht um „Good Corporate Citizenship“, die gute Unternehmensführung: Unternehmen, die ohne unangemessene Steuervermeidungsstrategien in dem Land, in dem sie wertschöpfend tätig sind, Steuern zahlen, handeln verantwortungsvoll – und damit auch nachhaltig. Denn nur so werden Investitionen, die zur Verbesserung von Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Diversität oder der Bekämpfung von Hunger beitragen, ermöglicht.

Die Themen Steuern und Nachhaltigkeit rücken immer näher zusammen. Nicht umsonst wies der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) der Steuerpolitik Anfang 2020 im Hinblick auf die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen in seiner Stellungnahme zum Thema „Besteuerung, Privatinvestitionen und Nachhaltigkeitsziele“ eine grundlegende Bedeutung zu. Auch der europäische Green Deal und das Fit for 55-Gesetzgebungspaket sorgen für immer mehr Berührungspunkte – beispielsweise bei der Überarbeitung der Energiebesteuerungsrichtlinie 2018 oder der Einrichtung eines CO2-Grenzausgleichssystems über das Brennstoffemissionshandelsgesetz 2019, mit dem auch der Emissionshandel für die Sektoren Wärme und Verkehr 2021 eingeführt wurde. Die Bundesregierung treibt ebenfalls steuerpolitische Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit voran. Sie will Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance Standort machen – und Unternehmen darin bestärken, in Zukunft nachhaltigere Entscheidungen zu treffen, um zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele beizutragen.

In der Nachhaltigkeitsberichterstattung sind Steuern wesentlich

Aufgrund der gestiegenen Relevanz für Nachhaltigkeitsthemen und auch wegen der zentralen Bedeutung von Steuern für die Gesellschaft, können diese als per se wesentlich für alle Unternehmen betrachtet werden. 2019 hat die Global Reporting Initiative (GRI) mit dem GRI 207: Steuern einen eigenen Standard veröffentlicht. Bis dahin waren sie unter Wirtschaftliche Leistung (GRI 201) anzugeben, konkrete Angaben wurden häufig vermieden und eine Aufschlüsselung nach Ländern war kein Muss. Mit dem GRI 207 gewähren Konzerne seit dem 1. Januar 2021 Stakeholdern Einblick in ihre Steuerethik – über die Erfüllung gesetzlicher Pflichten hinaus. Denn es gilt unter anderem Folgendes offenzulegen:

  • die Steuerstrategie, inklusive Managementansatz zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben
  • die Governance für Steuerzahlungen, inklusive Risikomanagement
  • wie der Austausch mit Stakeholdern stattfindet, etwa die Zusammenarbeit mit Steuerverwaltungen oder Angaben zu Lobbytätigkeiten
  • und länderbezogene Angaben, die sich am bestehenden CbCR nach dem Vorbild der OECD-Regeln orientieren.
Leitschnur für steuerliche Transparenz

Verantwortungsvolle Unternehmensführung ist seit der Veröffentlichung von GRI 207 nicht mehr ohne Angaben zu Steuern denkbar. Anfang 2022 zeigte die Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC durch eine steuerliche Transparenzstudie über den DAX40, dass bereits drei von vier Unternehmen (73 Prozent) Informationen zu steuerlicher Nachhaltigkeit darlegen, insbesondere zu ihren Steuerstrategien. Ihr Fazit: „Fast jedes zweite Dax-40-Unternehmen, das Informationen zur steuerlichen Nachhaltigkeit veröffentlicht, referenziert dabei offen auf den GRI 207, setzt also die Berichtsinhalte des Standards zumindest in Teilen um. Der neue Standard dient vielen berichtenden Unternehmen folglich als Leitschnur für steuerliche Transparenz und hat demnach eine hohe praktische Bedeutung.“ Die Studie „Tax transformation trends survey – Operations in focus“ der Unternehmensberatung Deloitte findet sogar, dass die Steuerabteilung „zunehmend zum strategischen Ratgeber im Unternehmen avanciert.“

Vorteile einer Steuerstrategie

Unternehmen, die Steuern vorausschauend in ihrer Geschäfts- und Nachhaltigkeitsstrategie mitdenken, können unter anderem hiervon profitieren. Sie…

  • gewinnen das Vertrauen der Stakeholder und zeitgleich Planungssicherheit.
  • sind durch die Berichterstattung nach dem GRI 207 auf das öffentliche CbCR und die kommenden European Sustainability Reporting Standards (ESRS) vorbereitet: Steuern waren eines der Top 5 Themen von insgesamt 15, die im öffentlichen Konsultationsprozess für die Entwürfe der European Consultation Advisory Group (EFRAG) zu den neuen Standards der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) eingereicht wurden.
  • können auf zinsgünstige Förderungen nachhaltiger Projekte oder Betätigungen hoffen.
Und: Steuern sind ein wichtiges Kommunikationsthema

Die Reputation eines Unternehmens ist wichtig für das Vertrauen der Stakeholder, Umsätze und damit der wirtschaftlichen Zukunft. Sie kann durch Schlagzeilen wie „Die Geheimnisse des schmutzigen Geldes“ oder „Die Steuerdeals der Konzerne“ deutlich beeinträchtigt werden. In Zeiten, in denen Journalist:innen und die Gesellschaft insgesamt gerade bei Steuerthemen sehr aufmerksam sind, ist es wichtig, eine Steuerstrategie zu definieren, aktiv sowie transparent darzulegen und mit der gezeigten Steuermoral positiv auf die öffentliche Meinung einzuwirken.

Vielleicht ist das der Grund, warum Konzerne wie die Allianz seit langem Tax Transparency Reports erstellen – und übrigens bei GRI 207-4, also beim Country-by-Country-Reporting in der oben genannten PwC-Studie, hervorstach. Auch Vodafone berichtet bereits seit Jahren zu Steuern und ihrem wirtschaftlichen Beitrag: „Als wichtiger Investor, Steuerzahler und Arbeitgeber leistet Vodafone einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaft aller Länder, in denen wir tätig sind. Im Jahr 2020 haben wir direkt und indirekt 12,4 Milliarden Euro in bar an Regierungen auf der ganzen Welt gespendet.“

Die Berichterstattung zu Steuern sollte nicht nur als lästige Pflicht gesehen werden. Sie birgt Chancen für echten Mehrwert – wenn man diesen wichtigen Teil der unternehmerischen Aktivität mit den nachhaltigen Zielen zusammendenkt.

Idee und Co-Autor: Johannes Fleischmann


Bild: Sear Greyson | Unsplash

Nachhaltige Events im Juni 2022

Die Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit im Juni sind so vielfältig wie die zu bewältigenden Herausforderungen. In unserer Eventempfehlungen geht es von Klimatransformation über Kommunikation, Kinderschutz und Ernährungssicherheit bis hin zur Finanzierung der dafür notwendigen Anpassungen:

The Climate Choice | Climate Transformation Summit 2022 | 02. & 03. Juni 2022

Der Climate Transformation Summit dreht sich um die erfolgreiche Implementierung von Emissionszielen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, deren Dekarbonisierung und was man dafür braucht. Die Online-Konferenz am 02. und 03. Juni bringt Expert:innen, Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen aus der Wirtschaft in Panels und Workshops zusammen. Mit dabei sind unter anderem Professor Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimaforschung), Jutta Paulus (MdEP, Die Grünen) oder Yvonne Zwick (Vorsitzende, B.A.U.M e.V.).

Hier gibt es alle Informationen zur Teilnahme.


Rat für nachhaltige Wirtschaft | Green Voices Conference 2022 | 02. & 03. Juni 2022

Unter dem Motto „Die Transformation fängt gerade erst an“, beleuchtet die Green Voices Konferenz unternehmerische Transformation und deren erfolgreiche Kommunikation. Bei der vom Rat für nachhaltige Wirtschaft organisierten Veranstaltung sprechen dazu Unternehmer:innen, Ansprechpartner:innen aus der Politik sowie Podcaster:innen und Journalist:innen miteinanander. Auf drei Bühnen werden mehr als 30 Beispiele für nachhaltiges Unternehmertum zu hören und sehen sein, mit Themen rund um New Work, faire Finanzen oder saubere Energie. Und Kommunikationsexpert:innen sprechen darüber wie man dieses Engagement am besten kommuniziert. Die zweitägige Konferenz findet digital und vor Ort im Quadriga Forum in Berlin-Mitte statt.

Weitere Informationen zur Teilnahme und den Tickets, erhalten Sie hier.


mfm – menschen für medien | Global Food Summit – Botschafter für Bioökonomie | 08. Juni 2022

Der Krieg in der Ukraine, die Klimakrise, COVID-19 und Transportengpässe haben deutlich spürbare Auswirkungen auf die Sicherstellung der Ernährungssicherheit. Wie kann man diesen Herausforderungen begegnen? Sind geschlossene Nährstoffkreisläufe der Bioökonomie, technische Innovationen und neue Züchtungsmethoden zu einer resilienten, urbanen Lebensmittelproduktion eine Lösung? Zu diesen Themen wird auf dem Global Food Summit diskutiert. Neben den Chefökonom:innen der FAO und des World Food Programm, steuern sowohl Vertreter:innen von Brasilien, Peru und Israel als auch Entscheidungsträger:innen von Start-Ups und etablierten Unternehmen ihre Perspektive bei. Die Präsenzveranstaltung findet am 08. Juni in der Alten Kongresshalle in München statt.

Weitere Informationen zum Programm und zur Teilnahme gibt es hier.


UN GCD, Deutsches Komitee für UNICEF, Save the Children Deutschland | 10 Jahre Children’s Rights and Business Principles: Umsetzung von Kinderrechten im unternehmerischen Handeln | 22. Juni 2022

2022 jährt sich zum zehnten Mal die Veröffentlichung der Children’s Rights and Business Principles von UN GDC, UNICEF und Save the Children. In dem 1,5-stündigen Webinar wird über den aktuellen globalen Status des Schutz von Kinderrechten im unternehmerischen Kontext Bilanz gezogen und reflektiert. Zudem werden Praxisbeispiele des Kinderschutzes durch Unternehmen vorgestellt und die Auswirkungen des Lieferkettensorgfaltspflichtsgesetz (LkSG) diskutiert.

Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier entlang.


ecosense | ecolution 2022 | 30. Juni 2022

Damit die Transformation nicht an der Finanzierung scheitert, befasst sich die Veranstaltung „ecolution 2022“ am 30. Juni mit dem Thema Sustainable Finance. Ganztägig diskutieren Vertreter:innen aus Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft unter anderem zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und die zukünftigen Anforderungen der EU-Taxonomie. Das Event findet sowohl vor Ort im AXICA Kongress- und Tagungszentrum in Berlin statt, eine Teilnahme ist aber auch online möglich. Die Teilnahme ist kostenlos, die Präsenzplätze sind allerdings limitiert.

Weitere Informationen zur Teilnahme und der Anmeldung, erhalten Sie hier.


Bild: Possessedphotography | Unsplashed

 

 

 

Nachhaltigkeitsstrategie Suffizienz: ein Geschäftsmodell?

Unaufhörliches Wachstumsstreben und ein unendlicher Ressourcenverbrauch definieren die aktuelle Marktlogik. Offensichtliche soziale und ökologische Probleme sind davon völlig losgelöst. Zugleich wächst der gesellschaftliche Druck dem Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Wirtschaft und Politik stehen deshalb vor der Herausforderung, sich neu zu organisieren und Ziele und Strategien zu entwickeln, die das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt stellen. Doch wie kann das gelingen?

Ein Lösungsansatz für Konsum innerhalb der planetaren Grenzen

Die Wissenschaft beantwortet diese Frage zum Beispiel mit dem Lösungsansatz der Suffizienz: Einer verhaltensorientierten Nachhaltigkeitsstrategie, die auf die absolute Reduktion des Konsums abzielt. Dazu braucht es ein Umdenken – um eine neue Art des Handelns zu anzustoßen. „Wir müssen unser Konsumverhalten so verändern, dass wir innerhalb unserer planetaren Grenzen agieren, leben und konsumieren“, erläutert Maren Kropfeld, die gerade im Fach ökologische Ökonomie an der Universität Oldenburg ihre Promotion abgeschlossen hat. Dabei sollen soziale Mindeststandards eingehalten, ökologische Grenzen respektiert – und gleichzeitig persönliche Bedürfnisse erfüllt werden. Ist das nicht ein Widerspruch? „Es geht bei Suffizienz nicht um einen schmerzhaften Verzicht, sondern um die bewusste Vermeidung eines Überflusses“, so Maren Kropfeld. „Um ressourcenschonende Praktiken, um einen alternativen Konsum in Form von Reparaturen, Sharing-Konzepten, Second Hand-Produkten – also weg vom Besitz, hin zur Nutzung.“

Wieviel ist denn genug?

Eine solche Haltung verlangt jedem Einzelnen jedoch viel ab: Verantwortung, Selbstreflexion und die Bereitschaft, sich zu informieren. Deshalb steht Suffizienz immer wieder in der Kritik. „Suffizienz ist ein Experiment. Ein theoretischer Ansatz, der keine finalen Antworten gibt und nicht alle globalen Effekte mit einbeziehen kann“, erläutert Maren Kropfeld. Dennoch sind die Fragen, die er aufwirft, sinnvoll und berechtigt. Wie können wir unseren Wohlstand vom Wirtschaftswachstum entkoppeln? Und wieviel ist denn genug für ein gutes Leben?

Wie gut kann Suffizienz für Unternehmen funktionieren?

Um in Unternehmen nachhaltiger zu wirtschaften, reichen Effizienz (besser produzieren) und Konsistenz (anders produzieren) allein nicht mehr aus. Suffizienz (weniger produzieren) wird deshalb als dritte strategische Säule eines nachhaltig orientierten Geschäftsmodells diskutiert. Eines, das nicht nach endlosen Gewinnen strebt, sondern eine gesunde Balance von ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen erreichen will, die durchaus dem Gemeinwohl dienen können. Eine Abkehr vom ökonomischen Wachstum ist für die meisten Unternehmen allerdings immer noch unattraktiv. Und so werden Suffizienz und eine Orientierung am Gemeinwohl anstelle von steigenden finanziellen Gewinnen in der Praxis bislang nur in Teilen angewandt.

Eine Branche als Vorreiter

Vor allem in der Outdoorbranche lassen sich bislang Ansätze und Ideen einer Suffizienz-orientierten Strategie beobachten. Ressourcen durch Reparatur der Produkte und Verkauf von Second-Hand-Artikeln zu schonen, gehört beispielsweise bei Patagonia oder Globetrotter zur nachhaltig orientierten Geschäftsstrategie. Warum solche Unternehmen ein Vorreiter sind, lässt sich schnell zusammenfassen: Sie erwirtschaften hohe Gewinne und können es sich leisten, experimentelle Ansätze zu vertreten. Zugleich bieten sie ein Produktportfolio an, von dem der Verbraucher bereits eine hohe Qualität und Langlebigkeit erwartet. Konsum wird auf diese Weise zwar nicht reduziert, aber bewusster gemacht. „Das ist ein wichtiger erster Schritt“, meint Maren Kropfeld. „Weil ein wichtiger Ansatz der Suffizienz erfüllt wird: die langfristige Nutzung und die wertschätzende Haltung gegenüber natürlichen Ressourcen, Gütern und Produkten.“

Suffizienz als Haltung

Daraus lässt sich ableiten, dass Suffizienz vor allem als Haltung in einer nachhaltig orientierten Geschäftsstrategie verankert werden kann. Die wichtigste Frage dabei ist die nach dem Purpose eines Unternehmens: Warum existiert unser Unternehmen? Wohin soll es sich entwickeln? Welche Ziele verfolgen wir und welche Strategien nutzen wir dafür? Suffizienz kann hier eine Richtung vorgeben. In Kombination mit einem attraktiven Angebot können Unternehmen Kundenansprüche bedienen und gleichzeitig Nachhaltigkeit fördern. Die Outdoorbranche beweist, dass es Zielgruppen gibt, die dieses Konzept zu schätzen wissen.

Ein Ideal als Orientierung

Suffizienz ist ein Lösungsansatz, der manchen vielleicht jetzt noch extrem erscheint. Aber es ist ein Modell, das absolute Berechtigung hat in Zeiten, in denen die Auswirkungen des Klimawandels sowohl physisch als auch in der Regulatorik so stark spürbar sind wie noch nie. Eines, das als ein mögliches Ideal Orientierung geben kann. Dabei gilt, was Maren Kropfeld sagt: „Jedes Unternehmen muss Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung übernehmen, und kann in seinem Bereich und auf seine eigene Art mit ernsthaftem Engagement die sozial-ökologische Transformation vorantreiben.“

Bild: Gabrielle Ribeiro | Unsplash

Nachhaltige Events im Mai 2022

Der Frühling ist die Zeit des Aufbruchs. Das sieht man auch an den Veranstaltungen, auf die wir uns diesen Mai freuen dürfen: Es geht vielfach darum, was jetzt zu tun ist – und um das WIE. Updates zu aktuellen regulatorischen Entwicklungen und themenspezifische Deep Dives runden die Event-Auswahl für diesen Monat ab: 

Deloitte & DRSC | Nachhaltig Werte schaffen in der Beschaffung | 05.05.2022

Die Webcastreihe „Nachhaltig Werte schaffen“ von Deloitte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e. V. (DRSC) gibt insbesondere dem deutschen Mittelstand Einblicke auf aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze rund um das Thema nachhaltige Wertschöpfung.

Entlang der Wertschöpfungskette eröffnen sich vielfältige Felder, die es zu beachten gilt – die Beschaffung birgt dabei das größte Potenzial für ökologische und soziale Auswirkungen. Neben einem regulatorischen Update seitens der DRSC, gibt Anja Köller von der Schwarz Gruppe einen Impuls und Deloitte wartet mit strategischen Markteinblicken zur nachhaltigen Lieferkette auf.

Weitere Informationen zur kostenlosen Webcastreihe und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.


DGCN & Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik | Verantwortliches Lobbying im nachhaltigen Wandel | 11.05.2022

Als wichtiges und wirksames Tool der Einflussnahme wird Lobbying von vielen Unternehmen genutzt. Doch wie wird dies wahrgenommen und welche Kriterien beeinflussen die Akzeptanz von Lobbying, wenn es zum Beispiel für nachhaltige Interessen eingesetzt wird? Das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) hat dazu 800 Teilnehmende befragt und stellt die Ergebnisse sowie abgeleitete Handlungsempfehlungen für Unternehmen vor.

Das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) bietet hierfür die Plattform, auf der in der anschließenden Paneldiskussion mit Vertreter:innen von der BASF, der Mercedes-Benz-Group, sowie der NGO Transparancy International und der Initiative Lobby Control über die Ergebnisse der Studie und unternehmerische Lobby-Arbeit diskutiert wird.

Den Link zur Anmeldung zum kostenlosen Webinar finden Sie hier.


F.A.Z.-Institut | Klimaneutrales Unternehmen – Klimaschutz mit Wachstum und Gewinn für alle? | 12.05.2022

Globale Zukunftstrends stellen Unternehmen vor Herausforderungen und bieten gleichzeitig Chancen, die es zu ergreifen gilt. Mit der Initiative „Verantwortung“, schafft das F.A.Z.-Institut für diese Themen einen Raum für Austausch und will zeigen, dass Nachhaltigkeit und unternehmerischer Erfolg keine Gegensätze sind.

Der Fokus des kostenlosen Webinars liegt auf Klimaneutralität. Referent:innen von Accenture, Celonis und Nordzucker zeigen praxisnah, wie ihre Unternehmen die Dekarbonisierung angehen bzw. meistern wollen – und dabei von Wachstum und Gewinn profitieren können. Der Einblick in Lösungsansätze und Strategien soll Anreize für das Handeln im eigenen Unternehmen liefern.

Bei Interesse an einer Teilnahme erhalten Sie hier weitere Informationen.


DGCN | Klimaberichterstattung – Anforderungen an das Reporting nach CSRD, EU- Taxonomie, TCFD, und CDP | 12.05.2022

CSRD, EU-Taxonomie, TCFD und CDP – bei den vielfältigen Reportingstandards und -rahmenwerken den genauen Überblick zu behalten, stellt viele Unternehmen vor eine Herausforderung. Als einer von fünf Deep Dives der kostenlosen Webinarreihe „Klimamanagement“, in der das Deutsche Global Compact Netzwerk (DGCN) die erfolgreiche Einführung eines umfassenden Klimamanagements vermittelt, wird hier Klarheit geschaffen. Für die Zielgruppe der KMUs mit mehr als 250 Mitarbeitenden, werden neben einer Gegenüberstellung auch zu berichtende Inhalte thematisiert. Zusätzlich versprechen Empfehlungen zur Umsetzung und Praxisbeispiele ein tieferes Verständnis für die Klimaberichterstattung mit den verschiedenen Standards.

Weitere Informationen zur Webinarreihe und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.


CRIC | Biodiversität & Sustainable Finance – Politik im Fokus #6 – ein Überblick zur Regulierung rund um Sustainable Finance | 12.05.2022

Biodiversität ist Teil des Green Deels, der EU-Taxonomie und der Sustainable Finance-Strategie – trotzdem ist das Thema in vielen Debatten rund um Sustainable Finance noch nicht angekommen. Deshalb beleuchtet das Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) mit seiner vierteiligen Webinar-Reihe innerhalb der Rubrik „Politik im Fokus“ Biodiversität und Sustainable Finance von verschiedenen Seiten. Zu Gast sind Referent:innen des Beratungsunternehmen ECOFACT aus der Schweiz. Die Expert:innen schaffen zunächst einen Überblick zu den regulatorischen Entwicklungen in Bezug auf Biodiversitätsschutz im Finanzbereich. Auf dieser Basis wird dann die praktische Umsetzung anhand von Einblicken und Beispielen aufgezeigt.

Den Link zur kostenlosen Anmeldung mit weiteren Informationen finden Sie hier.


Bild: Charles Forerunner | Unsplash

 

 

NEW MITTELSTAND SUMMIT 2022 mit akzente – JETZT ANMELDEN!

Vom 25. und 27. April findet der New Mittelstand Summit 2022 als digitales und kostenloses Event statt. Die Veranstaltung bietet Teilnehmer:innen drei Tage Programm zu sieben Themenkomplexen, darunter Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Mindset und Organisation oder Kommunikation und Vermarktung. Es warten Leuchtturm-Impulse, Panels, Fokus Circles, Workshops und viel Raum für Diskussion und zum Netzwerken. 2021 fand der erste New Mittelstand Summit mit über 900 Teilnehmer:innen statt.

akzente mit Vortrag zu Strategie und Nachhaltigkeitskommunikation vertreten

akzente Gründerin und Geschäftsführerin Sabine Braun, der die Transformation des Mittelstands sehr am Herzen liegt, ist am 27. April um 9.30 Uhr mit einem Impuls dabei. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Nachhaltigkeit braucht Strategie & gute Kommunikation“, gibt sie Einblicke in die Herausforderungen seitens Gesellschaft und Regulatorik, der sich auch mittelständische Unternehmen stellen müssen. Außerdem zeigt sie die großen Potenziale auf, die für KMUs in einer nachhaltigen Strategie und Kommunikation liegen – wenn sie mit ein paar Vorurteilen aufräumen. Und sie erklärt, warum Nachhaltigkeit Kommunikation mit Substanz braucht.

Netzwerken und Kollaborationen auf Augenhöhe

New Mittelstand ist eine Transformationsinitiative, die das Beste aus Mittelstand und Startup-Kultur – Wagemut, Tradition und Innovation sowie Wachstum und Verantwortung – in Verbindung bringen will. In einer Zeit des Umbruchs und des Wandels soll der Mittelstand befähigt werden, nachhaltige Innovationen und damit Sinn-Wirtschaft voranzutreiben.

Beim New Mittelstand Summit 2022 sprechen neben akzente-Geschäftsführerin Sabine Braun Speaker:innen wie Oliver Sowa, Geschäftsführer der Beutlhauser Gruppe, Anna Alex, Co-Founderin von Planetly, Felix Ahlers, CEO der Frosta AG, Anja Linnemann von Fraunhofer FIT oder Genica Schäfgen von Ecosia und Andreas Renner von Gexsi.

Das vollständige Programm und mehr Informationen finden Sie hier.

Nachhaltige Events im April 2022

Der Krieg in der Ukraine ist ein tiefer Einschnitt in das Leben vieler Menschen und für ganz Europa. Dass die aktuelle politische Situation auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben wird, ist längst klar. Doch wie die Herausforderung der Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, der wir schon so lange entgegenblicken, auch in Krisenzeiten gemeistert werden kann, scheint ungewiss. Informationsveranstaltungen, die unter anderem diesen Fragen auf den Grund gehen und erste Praxistipps für die Umsetzung und Integration einzelner Maßnahmen bieten, finden sich in unserer Eventauswahl für den April: 

Umweltbundesamt | Wie gelingt die Transformation unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität? Aufgaben für die neue Ampel-Regierung in Zeiten des Kriegs gegen die Ukraine | 05.04.2022

Welche Auswirkungen der Ukraine Krieg auf unsere Energiepolitik hat und wie eine Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft trotzdem möglich ist, wird auch in der Ampelkoalition diskutiert. Hierzu braucht es eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen und des Ausbaus von erneuerbaren Energien sowie klimaneutrale Prozesse und Geschäftsmodelle.

In der Podiumsdiskussion diskutieren politische Einflussträger wie Dr. Robert Habeck (MdB), Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, mit Vertreter:innen aus der Wirtschaft und dem Umwelt Bundesamt, Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter der Goldbeck GmbH, Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes Benz Group AG, Martina Merz, Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG und Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, wie sich diese wirtschaftliche Transformation gestalten lässt.

Den Link zur Anmeldung finden Sie hier.


UN Global Compact | Menschenrechtliche Sorgfalt: Was bedeutet das für KMU? | 05.04.2022

Menschenrechtliche Sorgfalt gewinnt auch im Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Obwohl das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz viele KMUs bisher noch nicht betrifft, werden diese von dessen Inkrafttreten nicht unberührt bleiben.

In diesem Webinar werden praktische Tipps zur Wahrung der menschenrechtlichen Sorgfalt sowie zur Auswirkung auf betroffene Unternehmen und deren Handelspartner:innen gegeben. Zudem erhalten Sie Hinweise und Handlungsempfehlungen, was eine sinnvolle und gelungene Integration ausmacht. All dies ist angelehnt an internationale Rahmenwerke wie die UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den Zehn Prinzipien des UN Global Compact.

Bei Interesse an einer Teilnahme erhalten Sie hier weitere Informationen.


Protect the Planet | Über Klimaneutralität hinausdenken | 26.04.2022

Innerhalb der Reihe „Nachhaltigkeit Sozial-ökologische Transformation“ spricht Prof. Dr. Karen Pittel vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen und ifo Zentrumsleiterin Energie, Klima und Ressourcen. Sie fordert langfristige Strategien für den vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger, zum Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, und die Vorbereitung auf die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre. In der Diskussion soll es darum gehen, was davon aktuell umgesetzt wird.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.


DIE ZEIT | Die grüne Transformation – Wie gestalten wir den Wandel in Wirtschaft & Gesellschaft? | 27.04.2022

Im Rahmen des digitalen Thementags „Zeit für Klima“ der Wochenzeitung DIE ZEIT wird beleuchtet, wie neue Technologien und Digitalisierung für Klimaschutz wirksam eingesetzt werden können, wie sich dies finanzieren lässt und wie wichtig dabei ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist. Im Fokus: Die Klimaziele der Bundesregierung und die damit einhergehenden Maßnahmen. Es sprechen unter anderem Leonhard Birnbaum, Vorsitzender des Vorstands der E.ON SE, Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, Prof. Dr. Johan Rockström, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, oder Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft.

Bei Interesse finden Sie hier weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung.


KliMa Wirtschaft | Bundesweites Klimaschutzmanagement für die Wirtschaft – erster Workshop: Klimaschutzziele | 28.04.2022

Der Weg zu einer klimafreundlicheren Wirtschaftsweise wird kein leichter sein… Doch das Projekt KliMa Wirtschaft, gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz unterstützt dabei mit Workshops in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut. In diesem ersten Teil einer dreiteiligen Workshopreihe geht es um die Etablierung von Klimaschutzzielen in Unternehmen. Die Analyse von Treibhausgasemissionen bildet hierfür die Grundlage. Erste Maßnahmen werden vorgestellt und erprobt und können daraufhin im eigenen Unternehmen umgesetzt werden.

Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.


Bild: Johannes Plenio | Unsplash

Wasserschutz ist wesentlich

Satellitenbilder lügen nicht. Erst zeigten Sentinel-2 und Landsat-8d, wie es um die Wälder in Deutschland steht (von 2018 bis 2021 ist die Waldfläche um etwa 501.000 Hektar und damit fünf Prozent zurückgegangen), jetzt verraten die Daten der Satellitenmission Grace, dass Deutschland zu den Regionen mit den höchsten Wasserverlusten weltweit gehört. Einmal der ganze Bodensee ging in den vergangenen 20 Jahren verloren, das sind jährlich
2,5 Kubikkilometer. Der Grundwasserspiegel sinkt, einen Wassermangel gibt es aber nicht. Noch nicht.

Wassermangel nimmt weltweit zu

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO liegt in zehn von 178 Staaten die jährliche Frischwasserentnahme über den sich erneuernden Wasserressourcen. Weltweit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, bis 2050 sollen es
5,7 Milliarden Menschen sein. Der Agrarsektor allein verbraucht weltweit rund 70 Prozent, in manchen Entwicklungsländern sogar 90 Prozent des Frischwassers, wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit schreibt. 20 Prozent der Wasserressourcen nutzt die Industrie.

Globaler Wasserstress trifft deutsche Unternehmen

Deutschland ist nach Angaben der Welthandelsorganisation die drittgrößte Importnation. Und 90 Prozent der deutschen Unternehmen haben laut WWF somit ein importiertes Wasserrisiko. Dazu gehören die Landwirtschaft, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Rohstoff- und Chemieindustrie. Wasserstress kann die Produktion oder die Versorgung mit Rohstoffen gefährden, die Energieerzeugung zum Erliegen bringen oder Lieferketten unterbrechen.

Wasserfußabdruck bestimmen

Unternehmen sollten sich jetzt mit den Risiken, die sich etwa aus Wasserknappheit oder Überflutungen ergeben, beschäftigen und ihre Produktionsweisen anpassen. Es gilt, den Wasserfußabdruck zu analysieren, inklusive relevanter Verbraucher und Zulieferer, – und sich dann mit neuen Technologien zur Nutzung von Brauchwasser, gutem Monitoring oder Leckerkennung auseinanderzusetzen. Auch wenn Wasser im Pariser Klimaschutzabkommen nicht explizit erwähnt wird, ist es wesentlicher Bestandteil fast aller Klimaschutz- und Anpassungsstrategien. SDG 6, also eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, soll die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und eine funktionierende Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Das gilt es für Unternehmen – auch im wirtschaftlichen Interesse – zu erreichen.

„Wasser ist das neue Kohlendioxid“, schreibt Lisa Beauvilain in ihrem Beitrag auf Investor’s Corner, dem Blog von BNP Paribas Asset Management. Sie ist verantwortlich für Research und Analyse im Bereich Umwelt, Soziales und Governance. Bisher hätten etwa nur 15 Prozent der Energieversorger Wassersparmaßnahmen ergriffen, obwohl sie zu den größten Verbrauchern von Kühlwasser gehörten. Dabei sei es durchaus denkbar, dass in Zukunft Wasser ein größeres operatives und strategisches Portfoliorisiko darstelle als Treibhausgase.

Effizienz allein reicht nicht

Die Bundesregierung fördert seit 2021 mit dem Forschungsprogramm „Wasser: N“ die Entwicklung innovativer Technologien, Verfahren und Systemlösungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource. Dabei soll der Wasserkreislauf im Fokus stehen und das Schließen von Kreisläufen eine Schlüsselrolle spielen. Das ist auch wichtig, denn eine reine Bewässerungseffizienz ist nicht ausreichend, wie man zum Beispiel an den Anbauregionen im südlichen Spanien sehen kann. Der WWF hat dort zwar eine erhöhte Bewässerungseffizienz durch Tröpfchenbewässerung festgestellt. Doch das eingesparte Wasser dient nicht den Reserven, sondern wird häufig zur Ausweitung der Produktion genutzt. Die Umweltschutzstiftung selbst hat mit anderen Organisationen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Bündnis Alliance for Water Stewardship gegründet – und den Water Stewardship-Standard entwickelt.

Wasser ökonomisch bewerten

Wasser muss wirtschaftlich neu bewertet werden. Noch ist es zu billig zu haben. Was würde eine konventionell hergestellte Jeans kosten, würde man den virtuellen Wasserverbrauch, den Schaden durch die Pestizide auf den Baumwollplantagen, die Wasserverschmutzung durch die Chemikalien in den Färbereien, faire Löhne und die Schäden durch Dürren einpreisen? Klimaschutz und Emissionsminderungen gehen Hand in Hand mit einer reduzierten Wassernutzung. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Wirtschaft in das Thema investiert. Denn wie beim Klimaschutz werden die Kosten der Schäden die Kosten der Prävention voraussichtlich übertreffen.

Bild: Amritanshu Sikdar | Unsplash