Konferenz zum Ranking der Nachhaltigkeitsberichte

IÖW und future stellen in Berlin die Ergebnisse vor und diskutieren Entwicklungen. akzente war vor Ort dabei.

Gute Nachhaltigkeitsberichterstattung ist häufig ein Indikator für gute Nachhaltigkeitsperformance, so Robert Hassler von ISS-oekom in seiner Key Note. Wie ambitioniert und transparent Nachhaltigkeitsberichterstattung sein kann, erweist sich in Berichtsrankings. Deshalb freut sich akzente über die guten Platzierungen seiner Kunden beim diesjährigen Ranking der Nachhaltigkeitsberichte großer sowie kleiner und mittlerer deutscher Unternehmen. Die Bewertung führte das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zusammen mit dem Unternehmerverband future e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durch.

Das IÖW/future-Ranking deutscher Nachhaltigkeitsberichte fand bereits zum 10. Mal statt. Erstmals 1994 durchgeführt, ist es eine der weltweit ersten kriteriengestützten Bewertungen von Berichten, in denen Unternehmen auf freiwilliger Basis ihre ökologischen und sozialen Aktivitäten und Leistungen darstellen. akzente war bei der Präsentation der Ergebnisse am 21. Februar 2019 beim BMAS in Berlin dabei und hat die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

 

Berichtsqualität: Stabil bis dynamisch

Bei den Großunternehmen zeigt sich im diesjährigen Ranking, dass die Berichtsqualität weitgehend stabil geblieben ist. Bei kleinen und mittleren Unternehmen hat sie sich dagegen deutlich verbessert, vor allem im Bereich Lieferkette. Beide Gruppen berichten gut zu Strategie, Governance und Zielen. Aussagen zu Mitarbeiterinteressen sind dagegen in beiden Gruppen noch verbesserungsbedürftig. Gleiches gilt für die Darstellung von Leistungen zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Hier finden sich beim Großteil der Unternehmen erst wenige Aussagen.

Wesentlichkeit: Was bringt’s?

Durch die gesamte Veranstaltung zog sich der Bedeutungszuwachs von Wesentlichkeit, die Frage nach einer guten Priorisierung und deren Darstellung sowie der Appell, hier mehr Substanz zu schaffen. Unstrittig war, dass sich die Unternehmen durch den Fokus auf Wesentlichkeit – sowohl bei den Standards der Global Reporting Initiative als auch durch die Umsetzung der CSR-Berichtspflicht –intensiv mit den Themen beschäftigt haben. In der Berichterstattung allerdings sei davon noch nicht viel wahrzunehmen.

Themen im Aufwind: Nachhaltige Lieferketten und Digitalisierung

Klar wurde, dass die Beschäftigung mit der Lieferkette das große Thema der nächsten Jahre wird. Dies unterstrich auch BMAS-Staatsekretär Dr. Rolf Schmachtenberg in seinem Grußwort mit Blick auf die zum zweiten Quartal 2020 anstehende EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands, bei der faire globale Lieferketten ein gesetzter Schwerpunkt sind. Ein weiteres Thema war der verantwortungsbewusste Umgang mit der Digitalisierung. Erste Antworten versucht eine Initiative zu Corporate Digital Responsibility zu finden, an der unter anderem die Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und die Otto Group beteiligt sind.

 

Fazit: Reporting wirkt

Unser Fazit der Konferenz: Ohne Berichterstattung wären wir heute nicht da, wo wir sind. Transparentes und vergleichbares Reporting ist ein wirkungsvoller Treiber für Nachhaltigkeit im Unternehmen. Für mehr gelebte Nachhaltigkeit bedarf es aber auch kluger politischer Rahmensetzungen, einer substanziellen Wesentlichkeitsanalyse und einer tieferen Beschäftigung mit den relevanten Themen, zu der die Ausarbeitung von Zielsetzungen und Steuerungsindikatoren gehört.

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